Berlin. Titelverteidiger beginnt das Viertelfinale mit einem Erfolg gegen Straubing. Trainer Aubin überrascht allerdings mit seiner Aufstellung.

Das goldene Kettchen mit dem Pokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL) stand dem großen Eisbären gut, der zum Auftakt der ersten Viertelfinal-Partie in der Stehplatzkurve das Geschehen dominierte.  „Und ihr dachtet, jede Geschichte hat ein Ende“, nannten die Fans ihre Choreografie zum Start der Eisbären Berlin in die K.o.-Phase. Wobei, dachte denn überhaupt jemand, dass die Story des Rekordmeisters der Liga auserzählt wäre?

Eher nicht, gingen die Berliner doch erneut als einer der großen Favoriten in das Play-off der DEL – und damit auf die Jagd nach ihrem elften Titel. Diesmal mit den Straubing Tigers als erster Hürde, dem Siebten nach der Hauptrunde, die die Hauptstädter als Zweiter beendet hatten. Aber solche Dinge zählen ja nicht mehr, nun geht alles bei null los. Dennoch bleibt die Tendenz gleich, die Eisbären gewannen das erste Duell der „Best of seven“-Serie in der mit 14.200 Zuschauern ausverkauften Uber Arena mit 5:1 (1:0, 1:0, 3:1).

Eisbären Berlin starten mit jungem Jonas Stettmer im Tor

Diesen Erfolg musste sich der Titelverteidiger anfangs hart erkämpfen. Die Niederbayern haben zuletzt zu einer ordentlichen Form gefunden und setzten sich im Pre-Play-off mit zwei Siegen glatt gegen die Löwen Frankfurt durch. Dies gab ihnen Auftrieb und den Mut, die Berliner mit viel Druck zum Beginn überraschen zu wollen. Die Mannschaft von Trainer Serge Aubin musste sich zunächst sortieren nach gut einer Woche ohne Spiel. „Das ist immer eine Herausforderung, das konnte man sehen“, so der Coach.

Lesen Sie auch:

  • Nach Tod von Eder: Eisbären Berlin: Der Blick geht wieder nach vorn
  • Nachruf: Eisbären-Profi Eder: Das Gespür für den richtigen Weg
  • Die Eder-Brüder: Eisbären Berlin: Das große Vorbild in der eigenen Familie
  • Trainer Serge Aubin: Eisbären Berlin: Ein Scheitern, das zum Glücksfall wurde
  • Sportlerwahl: Das Wir gewinnt bei den Eisbären Berlin

Etwas Glück half dabei, dass der EHC nicht in Rückstand geriet. Straubing, das alle vier Hauptrunden-Vergleiche verloren hatte, gab zunächst den Ton an, während die Berliner ihren Rhythmus suchten. Jonas Stettmer im Tor hatte so Gelegenheit, das Vertrauen von Aubin zu rechtfertigen. Der Coach hatte den 23-Jährigen dem erfahrenen Jake Hildebrand vorgezogen. Im Angriff überraschte Aubin damit, Routinier Marcel Noebels in die vierte Reihe zu den Youngstern zu stecken.  

Auch interessant

Serge Aubin, Trainer der Eisbären Berlin
Das große Play-off-Interview
Serge Aubin: „Ich bin Trainer, aber in erster Linie ein Freund“
Von Marcel Stein

Erst langsam fanden sich die Berliner, kämpften lange darum, die Kontrolle zu bekommen. In Überzahl half schließlich ein von den Tigers abgefälschter Treffer von Zach Boychuk (16.) dabei. Craig Woodcroft bereute es anschließend, dass sein Team die Anfangseuphorie nicht nutzen konnte. „Als die Eisbären ihre Beine und ihr Spiel gefunden hatten, lief alles so, wie sie es wollten“, so der Trainer der Tigers.

Bergamm trifft in Unterzahl für die Eisbären Berlin

Die Eisbären entwickelten mehr Sicherheit, trotzdem kamen die Niederbayern öfter mit gefährlichen Angriffen durch. Als sich den Straubingern mit zwei aufeinanderfolgenden Strafzeiten des EHC eine gute Gelegenheit bot, erhöhte jedoch Lean Bergmann mit einem Konter in Unterzahl auf 2:0 (26.). Das gab der Partie eine noch klarere Richtung, denn die Eisbären setzten nun die Akzente und die offensive Zone wurde zum regelmäßigen Aufenthaltsort.

Mehr über die Eisbären Berlin lesen Sie hier.

Die Probleme der Gäste wuchsen damit, vor allem durch den dritten EHC-Treffer, den Ty Ronning (39.) markierte. Kurz darauf sorgte Noebels mit dem 4:0 (43.) für die Entscheidung und eine anschließende Nachlässigkeit im Angesicht des Sieges, die Straubing durch Travis St. Denis (46.) ausnutzte. Doch Kai Wissmann (56.) stellte den alten Abstand wieder her. „Ich habe viel Gutes gesehen, aber da geht auf jeden Fall noch mehr“, bilanzierte Aubin nach dem ersten Spiel der Serie, die am Mittwoch in Straubing fortgesetzt wird.