Berlin. Das Wochenende verspricht frühlingshaftes Wetter. Doch vielerorts könnte Staub aus der Sahara den Himmel trüben. Das müssen Sie wissen.
Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 20 Grad werden am Wochenende viele Menschen ins Freie locken. Doch das frühlingshafte Wetter könnte etwas eingetrübt werden: Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr bewegt sich eine Wolke aus Saharastaub über Deutschland hinweg.
Laut dem Meteorologen Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sei der Staub am Freitag im Westen und auch am Samstag und Sonntag sichtbar. Der Himmel sieht dann nicht mehr tiefblau aus, sondern auch etwas trüber und milchiger und die Temperaturen können leicht sinken.
Saharastaub in Deutschland: So groß wird die Wolke
Laut dem soll die jetzige Staubwolke in jedem Fall größer sein als die, die bereits vor zwei Wochen über Deutschland zog. Laut Meterologen sorgt dafür ein großes Tiefdruckgebiet über dem Atlantik und ein Hoch über Osteuropa, die wie eine Art Staubsauger den Saharastaub Richtung Europa ziehen. Hinzu kommt der aktuell sehr trockene Boden in Nordafrika durch den besonders viel Staub entsteht. Erst zum Dienstag dürfte die Wolke endgültig abgezogen sein.
Doch der Saharastaub sorgt nicht nur für Eintrübungen und spektakulär eingefärbte Sonnenauf- und untergänge, sondern auch für eine erhöhte Feinstaubbelastung in der Luft. Die Staubpartikel sind dabei mit 1 bis 74 Mikrometern deutlich größer als die Partikel, die etwa durch Abgase entstehen. Sie sind im allgemeinen ungefährlich, können jedoch bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Pollenallergien die Symptome verstärken. Diese Personen sollten viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Auch sportliche Aktivitäten im Freien sollten in den kommenden Tagen reduziert werden.
„Blutregen“: Das müssen Autobesitzer wissen
Der Staub wird vor allem in höheren Atmosphärenschichten transportiert, doch Regen kann ihn auch aus der Luft waschen. Es kommt zu sogenannten „Blutregen“, der sich als rotbrauner Belag auf Oberflächen absetzt und vor allem bei Autofahrern für Ärger sorgt. Allerdings kann der Staub sanft mit Wasser abgespült werden – je mehr Wasser verwendet wird, desto geringer ist das Risiko für Kratzer. Auf Lappen sollte dabei verzichtet werden, denn sie könnten auf den Lack wie Schmirgelpapier wirken. Dies gilt auch für die Waschanlage.
Wolken aus Saharastaub schaffen es vor allem bei kräftigen Süd- bis Südwestlagen mit starken Höhenwinden nach Europa. Dies ist vor allem zwischen März und Juni, sowie im Oktober und November der Fall.
Mit Material von dpa