Berlin. Millionen von Menschen sind weltweit von Parkinson betroffen. Nun warnen Forscher vor einem Anstieg der Krankheitsfälle.

Parkinson gehört neben Alzheimer zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Weltweit sind Millionen von Menschen betroffen. Neue Schätzungen aus einer britischen zeigen jedoch, dass sich die Zahl der Erkrankten in den kommenden Jahrzehnten dramatisch erhöhen könnte – bis 2050 auf 25,2 Millionen Menschen. Das entspräche einem Anstieg von 112 Prozent gegenüber 2021.

Warum nimmt die Zahl der Parkinson-Erkrankungen zu?

Die Hauptursache für diese Entwicklung ist die alternde Bevölkerung, aber auch das allgemeine Bevölkerungswachstum trägt zur steigenden Zahl der Fälle bei. Die Krankheit tritt in der Regel im höheren Alter auf, sodass vor allem die steigende Lebenserwartung als treibender Faktor gilt. Etwa 89 Prozent des Anstiegs der Fälle werden durch den demografischen Wandel und das damit verbundene höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung erklärt.

Besonders in Ländern mit älter werdender Bevölkerung ist ein starkes Wachstum der Parkinson-Fälle zu erwarten. Laut den Berechnungen der Forscher soll die Zahl der Fälle pro 100.000 Menschen weltweit von 2021 bis 2050 um 76 Prozent steigen. Die Altersgruppe der über 80-Jährigen werde am stärksten betroffen sein, glauben die Forscher.

  • Ärztin zu Leserfragen: „Schwerhörigkeit verstärkt Demenz“
  • Expertin über Alzheimer: „Wir können unser Demenz-Risiko um 40 Prozent senken“
  • Symptome: Alzheimer im Anfangsstadium: „Es fing mit Kleinigkeiten an“
  • Gesundheit: Demenz: Mit dieser Ernährung können Sie das Risiko senken
  • Gedächtnisforscherin: Demenz, Alzheimer, MS: „Risiko sinkt mit jedem Schritt“

Zusätzlich könnten Umweltfaktoren wie Pestizide, Feinstaub und chemische Lösungsmittel eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielen. Der Lebensstil, insbesondere körperliche Aktivität, hat ebenfalls Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Forscher gehen davon aus, dass regelmäßige Bewegung die Zahl der Fälle um bis zu 4,9 Prozent verringern könnte. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass eine mediterrane Ernährung das Risiko senken und möglicherweise sogar den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann.

Regionale Unterschiede: Ostasien besonders betroffen

Die Verteilung der Parkinson-Fälle ist regional sehr unterschiedlich. Besonders betroffen soll künftig Ostasien sein, wo die Zahl der Erkrankungen bis 2050 um 145 Prozent steigen könnte. Das würde etwa 10,9 Millionen Fälle bedeuten.

Auch in Südasien erwarten die Forscher einen starken Anstieg. Im Gegensatz dazu werden in Wohlstandsländern wie Japan und Südkorea vergleichsweise weniger neue Fälle prognostiziert, trotz einer generell älter werdenden Bevölkerung.

  • Vorsorge: Gesundheit – Wird Opa bald zum Pflegefall? Einfacher Test offenbart Risiko
  • Lebenserwartung: 20 Jahre länger gesund leben? Diese Gewohnheit müssen Sie ändern
  • Hirn-Docs: Top-Neurologen verraten: „So halten wir unser Gehirn gesund“
  • Alternsforschung: Ernährung & Sport – weltweite Experten verraten, wie Sie 10 Jahre gewinnen
  • Gesund alt werden: Luke gibt 1000 Euro für gesunde Ernährung aus – Ärztin mit klarer Ansage

Die größte relative Zunahme der Parkinson-Fälle wird in westlichen Ländern südlich der Sahara prognostiziert, mit einem Anstieg von 292 Prozent bis 2050. In Europa wird dagegen ein eher moderater Anstieg von nur 28 Prozent erwartet, insbesondere in Zentral- und Osteuropa, wo die Bevölkerungsentwicklung stagniert oder sogar negativ ist.

Geschlechterunterschiede: Männer häufiger betroffen als Frauen

Die Studie zeigt auch, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Das Geschlechterverhältnis der Erkrankungsrate wird von 1,46 Männern auf eine Frau (2021) auf 1,64 Männer auf eine Frau (2050) steigen. Besonders betroffen sind dabei die älteren Jahrgänge: Der stärkste Anstieg der Parkinson-Fälle wird bei Menschen über 80 Jahren erwartet, mit einem Zuwachs von 196 Prozent.