Berlin. Der zurückgetretene Chefredakteur des RBB soll nun eine neue Top-Position im Sender übernehmen. Welche Position er erhalten soll.

Der Rücktritt von David Biesinger als Chefredakteur des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) schien eine Konsequenz der massiven Versäumnisse in der Berichterstattung über den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar zu sein. Doch nur eine Woche nach dem Rücktritt gibt es neue Entwicklungen: Biesinger wird offenbar eine neue hochrangige Position beim RBB angeboten.

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Wie der „Business Insider“ berichtet, wird der 47-Jährige für die Leitung der Hauptabteilung des Senders in Betracht gezogen. In dieser Funktion würde Biesinger über die Verwendung der finanziellen Mittel des Senders entscheiden – eine Schlüsselposition im RBB. Die Stelle war zuvor ausgeschrieben, derzeit wird sie kommissarisch von Torsten Klein geführt. Es wird erwartet, dass Biesinger die Position zunächst ebenfalls kommissarisch übernehmen könnte.

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Der Fall Gelbhaar hatte zu einem massiven Skandal im RBB geführt, nachdem der Sender schwerwiegende Fehler in der Berichterstattung über den Politiker eingeräumt hatte. Gelbhaar war ursprünglich beschuldigt worden, mehrere Frauen belästigt zu haben. Später stellte sich jedoch heraus, dass einige der Vorwürfe gefälscht waren. Der Sender hatte sich auf eidesstattliche Versicherungen gestützt, die sich als unzuverlässig herausstellten. Ein schwerer journalistischer Fehler, wie der RBB später einräumte.

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Die interne Kritik im Sender war laut Berichten von Business Insider heftig. Nach dem Rücktritt Biesingers forderten jedoch einige in der RBB-Chefredaktion, ihn weiter im Sender zu beschäftigen. Es ist unklar, wie lange Biesinger die neue Position kommissarisch übernehmen würde, aber der Vorfall rund um Gelbhaar wirft weiter Fragen zur Verantwortlichkeit auf. Ein externes Gremium ist damit beauftragt, weitere mögliche Fehler in der Berichterstattung zu prüfen.